FreiRaum in Sep-Nov 2020: Bewegte Monate

Jetzt schreibe tatsächlich ich, Constantin Schilberg, als neuer Projektleiter bei FreiRaum zum ersten Mal diesen Text, leider wesentlich später als geplant. Schließlich war er eigentlich für September angekündigt. Doch das Tagesgeschäft bei FreiRaum ist umfangreich und zeitaufwändig und war durch die Übergabe und Corona nochmal umfangreicher und zeitaufwändiger. Dadurch stand der Text leider etwas hinten an. Aber keine Angst, er wird in Zukunft wieder mehr Priorität erfahren und soll – so zumindest der Plan – auch wieder monatlich erscheinen. Doch bevor ich hier irgendwelche – hoffentlich nicht leeren – Versprechen für die Zukunft mache, möchte ich euch erstmal über die letzten Monate berichten.

August und September waren die Monate der Übergabe. Wir haben Daniel Hufeisen aus der Projektleitung verabschiedet. Im Stadtkloster Segen, das in der gleichen Straße nur wenige Minuten von FreiRaum entfernt liegt, fand seine Verabschiedung statt. Dort haben wir Daniel nicht nur, aber auch in Form eines Regenbogens nochmal ganz viel Segen mit auf den Weg gegeben.

Bei seinem letzten “Brot & Butter” hat Daniel dann nochmal uns, Gottes geliebter Gurkentruppe, ganz viel Segen mit auf den Weg gegeben. Passend dazu hat er Spreewälder Senfgurken ausgegeben. Hier hatten auch viele ehemalige FreiRaumler nochmal die Gelegenheit, sich von ihm zu verabschieden.

Die Wochen vor der Verabschiedung und die letzte Woche zwischen der Verabschiedung und seinem tatsächlichen Abschied haben Daniel und ich nochmal ganz intensiv für die Übergabe genutzt. Haben fast jeden Tag viele Stunden zusammengesessen, Gedanken ausgetauscht, Dateien, Passwörter und Schlüssel übergeben, Aufgaben und Abläufe besprochen und vieles mehr.
Die folgenden Monate hieß es dann, mehr oder weniger freiwillig, Back to the Roots (zurück zu den Wurzeln), anstatt Neuaufbruch. Corona und die Tatsache, dass viele zeitliche Ressourcen in die Umstrukturierung nach der Übergabe fließen mussten, haben uns dazu gezwungen, uns erstmal auf das Wesentliche zu konzentrieren.Wir haben uns also nicht wie sonst viele neue Formate ausgedacht, sondern stattdessen viele erstmal eingefroren und uns auf Formate konzentriert, die wir schon länger machen und die gut laufen.

Die einzige größere Veranstaltung, die stattgefunden hat, war das in Kooperation mit der KulturMarktHalle, dem Stadtteilzentrum Prenzlauer Berg, Meet’n’eat, dem Planetarium, Straßenfeger und vielen anderen durchgeführte PrenzlauerBergFest. Im Vorfeld wurde ein sehr strenges und aufwändiges Hygienekonzept entwickelt.

In Absprache mit den Behörden durften wir das Fest dann tatsächlich stattfinden lassen. Es wurde eine Bühne aufgebaut, auf der es den ganzen Nachmittag und Abend Musik gab, verschiedene Stände aufgebaut, an denen Kleidertausch stattfand, Kinderschminken und verschiedenste Workshops und dabei viele Initiativen Raum hatten, sich dem Kiez vorzustellen.

Mit “Brot & Butter”“Friedensgebet” und unserem “SonntagsCafé” sind drei Formate weitergelaufen, die wir auch gut im Innenhof durchführen konnten, mit dem “SprachCafé” und dem “Digitalen SpielRaum” zwei Veranstaltungen, die in unserem ZoomRaum über Videochat laufen. Gleichzeitig haben wir viel und intensiv in der Kerngemeinschaft (KG) gearbeitet und dabei gemeinsam viele Fortschritte erzielt. Seit November können wir alle Angebote nur noch digital in unserem ZoomRaum durchführen. Doch dazu wird Maren gleich noch mehr erzählen.

Kurzer Blick in die Zukunft:

Gerade sind wir in den letzten Vorbereitungen für unsere morgige FreiRaum-Geburtstagsfeier und planen die letzten Ideen für FreiRaum im Corona-Advent. Weitere Infos dazu findet ihr auf unserer Webseite.

In Zukunft möchte ich den Newsletter gerne mehrperspektivisch aufstellen und hier auch andere Leute aus der Kerngemeinschaft zu Wort kommen lassen. Maren wird hierbei den Anfang machen und berichten, wie sie die Zeit von September bis jetzt bei FreiRaum erlebt hat…

FreiRaum von September bis November aus der Sicht von Maren

Lock down light” –  die Zeit vergeht… und wieder heißt es, sich auf neue Begebenheiten und Bedingungen einzulassen. Hygieneregeln einhalten und verantwortlich handeln.
Die lauen Abende im Spätsommer und Frühherbst ließen es zu, sich bei Brot und Butter im Hof mit genügend Abstand und den Hygieneregeln zu treffen. Die Alternative ist der QuerRaum in der Schönhauserallee 134a. Die Tische auseinandergerückt und Fenster auf ließen auch dort Gemeinschaft erleben und gemeinsam Abendbrot essen zu.

Seit November ist nun wieder ein “Lock down” und auch FreiRaum reduzierte die Angebote im “Real life”, im echten Leben mit realen Begegnungen. Das Treffen in der digitalen Welt über die Videostreamingplattform “Zoom” ist nur eine Alternative

Daniel Hufeisen hat im August seinen Dienst bei FreiRaum beendet. Constantin Schilberg hat den Staffelstab übernommen. Mit seinen 10h pro Woche kann er natürlich nicht die gleiche Arbeit leisten wie Daniel zuvor. Nun tritt noch mehr die Kerngemeinschaft in die Verantwortung. Ohne die Ehrenamtlichen geht es nicht!